Dauerausstellung im Bismarck - Museum Schönhausen
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| Die Familie von
Bismarck und ihre Besitzungen in Schönhausen (Elbe)
Raum 1 "Urpreuße und Reichsgründer" Zum Abgeordneten des Merseburger Provinziallandtages gewählt, fügte Bismarck schon 1846 seinem Namen den von Schönhausen bei. 1848 wollte der Landjunker Bismarck gegen die Revolution gewaltsam vorgehen. Doch im Laufe der Jahre erkannte der "weiße Revolutionär", daß die deutsche Nationalbewegung als geschichtliche Macht nicht mehr aufzuhalten war. Als Ministerpräsident kam es ihm außenpolitisch darauf an, die Vorherrschaft Preußens im Deutschen Bund durchzusetzen und Österreichs Einfluß auf die deutschen Staaten auszuschalten. Schließlich siegte
Preußen 1866 im Krieg gegen Österreich. Am 19. Juli 1870 erklärte
Frankreichs Kaiser Nepoleon III., von Bismarck durch die Emser Depesche
provoziert, dem Norddeutschen Bund den Krieg. Der deutsche Sieg bei Sedan
am 2. September 1870 besiegelte die französische Niederlage. Dem mit der
Kaiserproklamation am 18. Januar 1871 entstandenen deutschen Nationalstaat
gehörten 25 Einzelstaaten sowie das "Reichsland" Elsaß-
Lothringen an.
Raum 2 "Das Reich in der Mitte Europas und seine politische Leitfigur" Nach 1871 vertrat Bismarck
den außenpolitischen Grundsatz, der von ihm geschaffene deutsche
Nationalstaat sei "saturiert". Er wollte Deutschland davor
bewahren, in kriegerische Konflikte verwickelt zu werden. Im Unterschied
zu diesem außenpolitischen Kurs der Mäßigung scheiterte innenpolitisch
der 1871 beginnende "Kulturkampf" gegen Zentrumspartei und
Katholische Kirche ebenso wie Bismarcks Versuch, die deutsche
Sozialdemokratie ab 1878 mittels Ausnahmegesetz politisch zu
unterdrücken. Zahlreiche Exponate beziehen sich auf den Privatmann Bismarck, so auf seine Familie, seine Freude am Grundbesitz und am Landleben. Zu sehen sind in diesem Raum z. B. ein Ölgemälde des Reichsgründers mit seiner Dogge Tyras II, ein Hundehalsband von 1881 und Bismarcks schlichte Feldmütze.
Raum 3 Spielarten des
Bismarck-Mythos
Die allgemeine Bismarckverehrung seiner Zeitgenossen
und der Nachwelt fand ihren Ausdruck in mannigfachen Formen. Die große Bedeutung des Werkes und der Persönlichkeit Bismarcks schlägt sich auch im Medaillenschaffen nieder. Über 650 Medaillen, Plaketten, Klippen und Marken auf Bismarck sind bekannt. U. a. findet sich hier ein Ölgemälde von Wilhelm Geissler, das die Einweihung des "Bismarck- Nationaldenkmals" 1901 in Berlin darstellt und die Miniatur eines Reiterstandbildes von Bismarck, eines Teils des Leipziger Siegesdenkmals von 1888.
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